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George Foreman

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George Edward Foreman
George Foreman 2007.jpg
George Foreman
* 10. Januar 1949 in Marshall, Texas (USA)
Heimatland: USA
Beruf: Boxer
Alter: 68 Jahre
Männlich

George Edward Foreman (* 10. Januar 1949 in Marshall, Texas) ist ein ehemaliger Schwergewichts-Boxweltmeister und christlicher Geistlicher, der 1974 als Weltmeister überraschend von Muhammad Ali entthront wurde, aber 20 Jahre später noch einmal Weltmeister werden konnte. 2003 fand Foreman Aufnahme in die International Boxing Hall of Fame.

Amateur[Bearbeiten]

Foreman bestritt nur relativ wenige Amateurkämpfe, ihm gelangen als Amateur 22 Siege bei vier Niederlagen. 1968 wurde er US-Amateurmeister. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt gewann er 19-jährig die Goldmedaille, im Finale siegte er gegen den erfahrenen Russen Jonas Cepulis durch KO. Im Gegensatz zu vielen anderen schwarzen US-Sportlern, die bei der Siegerehrung mit erhobener Faust gegen die Zustände im Heimatland protestieren, schwenkte er die US-amerikanische Flagge.

Profikarriere 1969-77[Bearbeiten]

Seinen ersten Profikampf bestritt Foreman im Juni 1969. In nur vier Jahren gewann er 37 Mal, unter anderem gegen Chuck Wepner, Gregorio Peralta und George Chuvalo. Er galt schon 1972 als nahezu unbesiegbarer Kämpfer, der seine Gegner unerbittlich innerhalb weniger Runden KO schlägt. Dennoch ging er am 22. Januar 1973 in Kingston, Jamaika, als klarer Außenseiter in den Titelkampf gegen den amtierenden Weltmeister Joe Frazier, der wegen seiner Kampfweise als schwarzer Marciano oder auch als schwarzer Tank (Panzer) bezeichnet wurde und nach seinem imponierenden Sieg gegen Muhammad Ali (1971) für unbesiegbar erklärt wurde. Foreman besiegte Frazier in nur zwei Runden, in denen er ihn sechs Mal zu Boden schlug.

Anschließend verteidigte er den Weltmeistertitel mühelos gegen José Roman und Ken Norton, der zuvor Muhammad Ali geschlagen hatte. Roman schlug er in Runde eins KO, Norton in Runde zwei, wobei er ihn drei Mal zu Boden schickte. Er war somit unumstrittener Weltmeister und hatte eine Kampfbilanz von 40-0 mit 37 Knockouts. Nicht wenige Experten sahen in ihm nun den gefährlichsten, stärksten, vielleicht besten Schwergewichtsboxer aller Zeiten und hielten es für wahrscheinlich, dass er die Szene für 10 Jahre dominieren würde.

Auch für den als Rumble in the Jungle vermarkteten Kampf gegen Muhammad Ali in Zaire am 30. Oktober 1974 galt er daher als klarer Favorit. Doch Ali hielt den Schlägen Foremans stand, indem er sich in den schlaffen Seilen weit zurücklehnte („Rope-A-Dope“) und so die Wirkung von Foremans Schlägen abschwächte. Außerdem redete er während des Gefechtes ununterbrochen auf seinen Rivalen ein, um ihn zu verunsichern. Foreman, der seit dreieinhalb Jahren in keinem seiner Kämpfe länger als fünf Runden im Ring gestanden und seine letzten acht Gegner alle in den ersten zwei Runden KO geschlagen hatte, war von dieser ungewohnten Situation scheinbar überfordert. Trotz schwerer Körpertreffer zeigte sich Ali äußerlich unbeeindruckt. Schließlich ging Foreman, entkräftet und demoralisiert, in der achten Runde KO.

Durch seine erste Niederlage schockiert, bestritt er bis 1976 keine offiziellen Profikämpfe und absolvierte in dieser Zeit stattdessen nur eine Reihe von Schaukämpfen; so schlug er am 26. April 1975 in Toronto an einem Nachmittag fünf Gegner nacheinander. Erst im Januar 1976 kehrte Foreman gegen Ron Lyle in den Profiring zurück. Sein spektakulärer KO-Sieg gegen Lyle, bei dem er jedoch auch selbst zweimal zu Boden ging, war für viele der Kampf des Jahres. Anschließend besiegte er Frazier ein zweites Mal vorzeitig, diesmal in Runde fünf. Trotz dreier weiterer KO-Siege gegen Aufbaugegner blieben seine Leistungen in dieser Zeit durchwachsen, seine Psyche hatte durch den Ali-Kampf unübersehbar gelitten.

Ali verweigerte ihm einen Rückkampf. So plante Foreman, gegen sämtliche Ex-Gegner Alis anzutreten, um ihn zu einem zweiten Kampf zu zwingen. Am 17. März 1977 boxte er gegen Jimmy Young. Dieser hatte 1976 nur knapp und umstritten gegen Ali verloren und galt als Top-Gegner. Doch wie schon in Zaire hatte Foreman keinen „Plan B“, als ihm der kurzrundige KO nicht gelang. Er verlor nicht nur klar nach Punkten, sondern ging sogar gegen einen Mann mit einer KO-Quote von 20 % in der letzten Runde zu Boden. Wieder hatte er seine Kräfte nicht richtig eingeteilt.

Noch in der Umkleidekabine beschloss er, sein Leben fortan dem Christentum zu widmen, und wurde Pfarrer in der pfingstlerischen „Apostolic Church of the Lord Jesus Christ“ in Houston, Texas. Aus dem früheren arroganten Kämpfer mit Bart und Afro-Look-Mähne wurde ein freundlicher humorvoller Glatzkopf, der in den 1980er Jahren im Fernsehen populär wurde. Er widmete sich in erster Linie einem von ihm ins Leben gerufenen Waisenhaus für benachteiligte Kinder und spendete hierfür den größten Teil seines in Profikämpfen verdienten Vermögens.

Zweite Karriere 1987-97[Bearbeiten]

Auch wegen der finanziellen Schwierigkeiten seines Waisenhauses nahm er 1987 die christliche Devise „Geben ist seliger als Nehmen“ wörtlich und startete überraschend ein Comeback mit mehreren Aufbaukämpfen. Seine persönliche Freundschaft zu HBO-Boxchef Seth Abraham kam ihm hierbei zu Gute. Die ersten achtzehn Gegner nach seiner Rückkehr in den Ring besiegt er vorzeitig, unter anderem schlug er Gerry Cooney und den späteren WM-Gegner Evander Holyfields, Bert Cooper.

Bevor Foreman wieder genug Reputation aufgebaut hatte, um, wie von ihm angestrebt, gegen Mike Tyson um die Weltmeisterschaft boxen zu können, wurde dieser überraschend von James Douglas entthront. Am 19. April 1991 kam es jedoch zu einem Kampf gegen den neuen Weltmeister Evander Holyfield, der Douglas zuvor besiegt hatte. Foreman verlor zwar einstimmig nach Punkten, verkaufte seine Leistung aber als moralischen Sieg, hatte er doch bewiesen, dass ein 42-Jähriger die vollen zwölf Runden gegen den Weltmeister bestehen konnte.

Nach knappem Punktsieg gegen Alex Stewart, der sein Gesicht schwer derangierte, trat er 1993 um den neuen WBO-Titel gegen Tommy Morrison an, der ihn klar nach Punkten besiegte.

Am 5. November 1994 schlug Foreman sensationell den neuen Weltmeister Michael Moorer, der einen verletzten Holyfield knapp besiegt hatte, in der zehnten Runde KO. Damit hatte er zwei neue Rekorde aufgestellt: Er wurde mit 45 Jahren der älteste Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten, außerdem lag mit zwanzig Jahren die längste Zeitspanne zwischen dem Verlust und der Wiedererlangung des Weltmeistertitels.

Am 22. April 1995 verteidigte Foreman seinen IBF-Titel mit einem umstrittenen Punktsieg gegen Axel Schulz, verweigerte Schulz aber den angeordneten Rückkampf und gab auch diesen Titel zurück. Die WBA hatte ihm bereits zuvor ihren Titel aberkannt, weil er sich geweigert hatte, ihn gegen den Pflichtherausforderer Tony Tucker zu verteidigen.

Er verkündete, auch ohne Verbandstitel immer noch der legitime Weltmeister, nämlich der so genannte „lineare Weltmeister“ zu sein, und boxte dann aber um Titel neuer Organisationen wie der IBA und WBU (derer in den 90er Jahren einige gegründet wurden) gegen Crawford Grimsley und Lou Savarese, die er nach Punkten besiegte. Im November 1997 verlor er den linearen Titel gegen den stark eingeschätzten Shannon Briggs, der aber noch keine Weltklasse-Gegner geboxt hatte, umstritten nach Punkten. Hatte Foreman gegen Axel Schulz noch von einem unverständlichen Punkturteil profitiert, so war er diesmal selbst das Opfer einer dubiosen Punktrichterwertung. Man vermutete auch hier Einflussnahmen diverser Promoter, die diesen Spekulationen zufolge in den jungen, exzentrischen Briggs, was das zukünftige Vermarktungspotenzial betraf, größere Hoffnungen setzten, als in den 48-jährigen Altmeister. Foreman, der sich nicht über das Urteil beklagte, erkannte vermutlich die Zeichen der Zeit und gab noch im Ring seinen endgültigen Rücktritt vom Boxsport bekannt.

Ein im Jahre 1999 angesetzter Kampf gegen Larry Holmes wurde von dem inzwischen 50-jährigen Foreman abgesagt. Auch ein für seinen 56. Geburtstag angekündigtes Comeback im Jahre 2005 scheiterte am Veto seiner Frau.

Heute ist Foreman in verschiedenen US-Fernsehwerbungen, in denen elektrische Grills unter seinem Namen („George Foreman Lean Mean Fat Reducing Grilling Machine“) vermarktet werden, zu sehen. Angeblich hat er damit schon über 150 Millionen Dollar verdient, mehr als während seiner gesamten Boxkarriere.

Netzverweise[Bearbeiten]

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