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Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

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Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (1941-1945) war das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde 1941 drei Kilometer entfernt vom Stammlager Auschwitz I gebaut und befand sich nahe bei der Stadt Oświęcim (unter der deutschen Okkupation: Auschwitz). Nach der deutschen Besetzung Polens wurde dieses Gebiet in die preußische Provinz Schlesien bzw. Oberschlesien eingegliedert. Es ist wichtigster Teil der dortigen Konzentrationslager geworden. Im ersten Halbjahr 1943 gingen die vier Krematorien zur Beseitigung der Leichname in Betrieb – im Untergeschoss waren die als Duschen getarnten Gaskammern. Dadurch konnten die mit einem Zug herantransportierten Gefangenen aus Orten in ganz Europa innerhalb von wenigen Stunden fst spurlos beseitigt werden. Mitgebrachte Wertgegenstände und Kleidung wurden vom NS-Regime den "noch lebenden Toten" geraubt.

Das ältere Stammlager und Auschwitz-Birkenau wurden durch Soldaten der 322. Division des sowjetischen Alliierten – schließlich am frühen Nachmittag des 27. Januar 1945 erreicht und befreit.[ 1]$4 Im KZ Birkenau waren fast 5.800 entkräftete und kranke Häftlinge, darunter fast 4.000 Frauen, unversorgt zurück geblieben. In den dann desinfizierten SS-Kasernen und in den KZ-Baracken wurden Feldlazarette eingerichtet, in denen die an Unterernährung und Infektionen leidenden und traumatisierten Häftlinge zunächst versorgt wurden.

Einige Tage später wurde die Weltöffentlichkeit über die Gräueltaten informiert. Die Ermittler fanden über eine Million Kleider, ca. 45.000 Paar Schuhe und sieben Tonnen Menschenhaar.

Der Name „Auschwitz“ wurde später zum Symbol für den gesamten Völkermord an etwa sechs Millionen europäischen Juden. In die verschiedenen Konzentrationslager Auschwitz wurden insgesamt mehr als 1,3 Millionen Menschen aus ganz Europa deportiert. Davon wurden allein hier nach plausiblen Schätzungen 1,1 Millionen Menschen ermordet, eine Million davon wegen ihrer jüdischen Familienbeziehungen. Etwa 900.000 der Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet oder erschossen. Weitere 200.000 Menschen wurden von der SS durch massive Ausbeutung als Arbeitssklave, Krankheit, Unterernährung, schwerste Misshandlungen, medizinische Versuche oder die spätere Vergasung ermordet.

Daten

Am 26. September 1941 erhielt der spätere Kommandant Höß von Himmler den Befehl, ein zusätzliches Arbeitslager für zunächst 100.000 russische Kriegsgefangene im gerade auf die Sowjetunion ausgeweiteten Zweiten Weltkrieg zu bauen.

Einige Krematorien und Gaskammern des KZ Birkenau wurden ab November 1944 abgerissen. Die Verbrennungsöfen wurden demontiert und sollten wissenschaftlichen Studien zu Folge in dem noch als sicher geltenden Konzentrationslager Mauthausen (Österreich) wieder aufgebaut werden. Das letzte Krematorium sprengten die Nationalsozialisten kurz vor der Befreiung des Lagers im Januar 1945.

Zwischen dem 17. und dem 23. Januar 1945 wurden etwa 60.000 Häftlinge auf Todesmärschen von den Wachmannschaften nach Westen getrieben. Am 27. Januar 1945 wurden die wenigen dann noch dort lebenden Häftlinge befreit.

Die Größe des Lager-Komplexes wird auch durch die Anzahl an Bewachern deutlich. Im Sommer 1944 gehörten ca. 4.500 Mann zur SS-Garnison Auschwitz. Diese Kasernen standen direkt östlich vom Konzentrationslager Birkenau.

Heute sind von diesem Konzentrationslager noch viele Teile erhalten bzw. später nach dem Original an Ort und Stelle ergänzt worden. Sie sind öffentlich zugänglicher Bestandteil des bekanntesten Museum in Oświęcim, dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau, Gedenkstätte der Judenverfolgung (Shoa oder Holokaust) und zugleich jüdischer Friedhof auf dem Gelände der beiden ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz Nr. I und Nr. II. Dieses Museum ist zugleich internationales Begegnungs- und ein wichtiges Forschungszentrum zur Judenverfolgung im Rahmen der von den Nationalsozialisten angestrebten und so bezeichneten "Endlösung", die auf das Verbrechen des Völkermords hinauslief. Es wurde von der UNESCO unter dem Namen Auschwitz-Birkenau – deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager (1940–1945) zum Weltkulturerbe erklärt.



Opferzahlen

In den Jahren 1940 bis 1945 wurden in die gesamten Konzentrationslager Auschwitz mindestens 1,1 Millionen Juden aus Polen, der damaligen Sowjetunion, Deutschland und den meisten europ. Ländern, 140.000 Polen, 20.000 Sinti und Roma sowie mehr als 10.000 sowjetische Kriegsgefangene deportiert. Knapp über 400.000 Häftlinge wurden registriert. Von den registrierten Häftlingen sind mehr als die Hälfte aufgrund der Arbeitsbedingungen, der Hungerrationen, Krankheiten, medizinischen Versuchen und Exekutionen gestorben.

Die dort erst gar nicht registrierten 900.000 nach Birkenau Deportierten wurden jeweils kurz nach der Ankunft ermordet.

Als Obergrenze der aufgrund der Zahlen der Abtransporte aus den Heimatorten geschätzen Opferzahlen im Konzentrations- und Vernichtungslagerkomplex Auschwitz wird die Zahl von 1,5 Millionen Opfern angegeben.

Mahnung, Gedenken

Das Internationale Auschwitzkomitee wurde 1952 von Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers gegründet. Es dient einerseits als Interessenvertretung seiner Mitglieder, dann aber auch zur Koordinierung der Tätigkeiten nationaler Auschwitz-Komitees (z. B. in Frankreich, Polen, ehemals DDR), bzw. KZ-Häftlingsvereinigungen und es fördert das Gedenken an die Deportationen und die Shoah / den Holokaust.

Der Text am Denkmal im Vernichtungslager Birkenau, das 1967 auf Initiative des Internationalen Auschwitz Komitees errichtet wurde, lautet:

Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und
Mahnung an die Menschheit.
Hier ermordeten die Nazis über anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder.
Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas.


Seit 1988 findet einmal jährlich zum Shoa-Tag (isr: Yom Hashoa) der Marsch der Lebenden zum Gedenken an die Toten statt. An ihm nehmen überwiegend Jugendliche aus Israel teil, an der Spitze gehen die KZ-Überlebenden.

Der 27. Januar, der Tag der Befreiung des KZ Auschwitz, ist seit 1996 in Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Gedenktag wird außer in Deutschland in Israel, Großbritannien und Italien offiziell als staatlicher Gedenktag begangen.

Versuche der rechtlichen Aufarbeitung nach 1945

Nur 800 der etwa insgesamt 8.000 in Auschwitz als Wachpersonal etc. eingesetzten SS-Angehörigen wurden vor Gerichten angeklagt, 40 davon vor deutschen Gerichten.

Wie alle nationalsozialistischen Konzentrationslager unterstanden die Auschwitz-Lager Heinrich Himmler und der SS-Inspektion der KL (IKL), wobei für die europaweite Koordination Adolf Eichmann eingesetzt wurde. Die Verwaltung am Ort wurde vom Lagerkommandanten des KZ Auschwitz I (Stammlager) gesteuert. Eine etwas größere Selbständigkeit mit eigenen Lagerkommandanten hatte das KZ Auschwitz-Birkenau nur zwischen November 1943 und Ende 1944.

Lagerkommandanten
  • Rudolf Höß (Mai 1940 bis November 1943; sowie erneut in Auschwitz als Standortältester von Mai bis Juli 1944 zur „Ungarn-Aktion“). Er wurde in Warschau zum Tode verurteilt und 1947 vor dem Eingang des Krematoriums von KZ Auschwitz I gehängt.
  • Friedrich Hartjenstein (November 1943 bis 15. Mai 1944). Er wurde zum Tode verurteilt; er starb 1954 in Paris in Haft.)
  • Josef Kramer (Mai 1944 bis Ende 1944); er wurde 1945 in Hameln hingerichtet.
  • Richard Baer (ab Mai 1944 im Stammlager, ab Ende 1944 bis Januar 1945 auch für Birkenau); er verstarb 1963 in Frankfurt vor Prozessbeginn in Untersuchungshaft.
Weitere Einzelheiten zu Tätern
  • Josef Mengele führte vorgebliche „medizinische Forschungen“ an Kleinwüchsigen und Zwillingen durch.
  • Hans Münch arbeitete ab 1943 im Lager. Er wurde als einziger der 40 Angeklagten vom Polnischen Nationalgericht in Krakow freigesprochen.
  • Carl Clauberg führte Sterilisationsexperimente an weiblichen Lagerinsassen durch.
  • Der Münsteraner Anatom und Chirurg Johann Paul Kremer war während der verlängerten Semesterferien 1942 als stellvertretender Lagerarzt tätig. Er führte Menschenversuche durch und ließ seine Opfer anschließend töten, um sie zu sezieren. Wenn sie bereits auf dem Seziertisch lagen, fragte er sie noch kurz vor ihrer Ermordung nach Besonderheiten, wie zum Beispiel Krankheiten aus.
  • Die Inhaber der Firmen Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch) und Tesch & Stabenow wurden angeklagt, das Insektizid Zyklon B wissentlich zur Massenvergasung von Häftlingen geliefert zu haben.
  • Neben den SS-Männern taten auch rund 200 weibliche Aufseherinnen des so genannten SS-Gefolges in Auschwitz I, Auschwitz Birkenau und Auschwitz III Monowitz Dienst, darunter Maria Mandl, Johanna Langefeld, Johanna Bormann, Margot Drechsel, Irma Grese, Hildegard Lächert, Friederike Schneider, Elisabeth Volkenrath und Emma Zimmer.
  • Eine rechtliche Aufarbeitung erfolgte zunächst in den 13 Nürnberger Prozessen vor dem Internationalen bzw. US-Militärgerichtshof von November 1945 bis 1948 sowie dem polnischen Krakauer Auschwitzprozess von 1947. *Eine juristische Aufarbeitung fand in Deutschland erst in den 1960er Jahren statt. Es kam zu sechs Frankfurter Auschwitzprozessen zwischen 1963/1965 mit dem 1. und 1965/1966 dem 2. Auschwitzprozess sowie weiteren 4 Nachfolgeprozesse in den 1970er-Jahren.
  • Carl Clauberg, Adolf Eichmann, Irma Grese, Friedrich Hartjenstein, Franz Hößler, Josef Kramer, Otto Moll, Heinrich Schwarz, Johann Schwarzhuber und viele weitere wurden an anderen Orten verurteilt.
  • In Österreich kam es zu einer Vielzahl von anderen Verfahren.


50.035833°, 19.178333° UTM 5544205

Lage

Die polnische Stadt Oświęcim und die darum befindlichen Gedenkorte an die Auschwitz-KZ liegen etwa 60 km westlich von Kraków (dt. Krakau), südlich von Katowice (dt. Kattowitz) und Chrzanów sowie nördlich von Bielsko-Biała.

Oder um deutsche Orte zu nennen: etwa 480 km östlich von Dresden und 840 km nordöstlich von München. Von Wien liegt es weniger als 400 km in Richtung Nordost entfernt. Die etwa 60 Züge aus Frankreich (Paris) waren mindestens 1.500 km unterwegs.

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Medien

Literatur

  • Theodor W. Adorno: Ob nach Auschwitz noch sich leben lasse. Ein philosophisches Lesebuch, hrsg. von Rolf Tiedemann. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1997, ISBN 3-518-11844-7.
  • Tadeusz Borowski, Friedrich Griese: Bei uns in Auschwitz, auf deutsch: 2006, Verlag Schöffling, ISBN 3-89561-329-0
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 5: Hinzert, Auschwitz, Neuengamme. ISBN 978-3-406-52965-8
  • Danuta Czech: Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939–1945. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1989 (1958 1. A.), ISBN 3-498-00884-6.
  • Y. Gutman und M. Berenbaum (Hrsg.): „Anatomy of the Auschwitz Death Camp“, Indiana University Press, 1994
  • Alfred Kantor (Vorw. Friedrich Heer): Das Buch des Alfred Kantor, Athenäum Verlag Frankfurt a. M. 1987/ Mc Graw-Hill Company New York 1971
  • Helena Kubica: Man darf sie nicht vergessen. Die jüngsten Opfer von Auschwitz. Hrsg.: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, 2003; 383 Seiten; deutsch-polnische Ausgabe, ISBN 83-88526-30-8.
  • Franciszek Piper: Die Zahl der Opfer von Auschwitz aufgrund der Quellen und der Erträge der Forschung 1945 bis 1990. Verlag Staatliches Museum in Oświęcim, 1993, ISBN 83-85047-17-4.* Georges Didi-Huberman: Bilder trotz allem. Übers. Franz. v. Geimer. München: Wilhelm Fink Verlag 2007. 260 Seiten mit 30 Abbi. ISBN 978-3-7705-4020-4
  • Tadeusz Sobolewicz: "Aus der Hölle zurück", Bericht eines ehemaligen Auschwitz-Häftlings, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-14179-6
  • Shlomo Venezia: Meine Arbeit im Sonderkommando Auschwitz: Das erste umfassende Zeugnis eines Überlebenden. Vorwort von Simone Veil. Dagmar Mallett Übersetzung. Blessing, 2008. 271 Seiten. ISBN 3-89667-365-3

Quellen, Zitatnachweise

  1. Nikolai Politanow: „Wir trauten unseren Augen nicht. In spiegel.de vom 27. Jan. 2008 (Schilderung der Befreiung der deutschen KZ)

Filme

Weblinks

Siehe auch




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